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30.09.2011 12:24 von redaktion
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19.06.2009 23:21 von teamredaktion
Die Planungskosten für das Projekt Stadtmitte am Fluss explodierten mal so eben um „schlappe“ 30 auf 380 Mio. € und niemand rege sich über dieses kaum kalkulierbare und nicht finanzierbare Planungsabenteuer auf. Falls es umgesetzt werde, würde die Stadt sich für die Zukunft finanziell strangulieren, so Prof. Dr. Bernd Richter, Vorsitzender von Freie Wähler/Bürgerbündnis.
Finanzierungslücken würden mit Milchmädchenrechnungen und Wunschträumen schön gerechnet. Vergeblich suche man seit Jahren einen Dummen, der die nicht gedeckten Kosten übernimmt. So liege seit Jahren keine seriöse, umfassende und komplett durchgerechnete
Gesamtfinanzierungsplanung einschließlich der zu erwartenden Kostensteigerungen vor.
Ursprünglich mit 120 Mio. € kalkuliert, werde man im Endeffekt mit Gesamtkosten von 700 bis 800 Mio. €, wenn nicht gar mit einer Milliarde rechnen müssen. Dem von der Baudezernentin behaupteten volkswirtschaftlichen Nutzen von sieben Mio. € stünden Zins- und Tilgungskosten
von mindestens 45 bis 50 Mio. € jährlich gegenüber. Die abenteuerliche Pionierplanung der Baudezernentin mit einer Schwimmautobahn zeige, dass man mit Phantasien arbeite und erhebliche weitere Kosten das Projekt verteuern würden.
Niemand stelle ernsthaft die Frage, warum eigentlich der überwiegend überregionale Verkehr der A 623 mit der ohnehin problematischen Verkehrsführung ausgerechnet mitten durch das Herz der Stadt geführt werden müsse. Seit Jahrzehnten fehlt eine logische und schlüssige
Gesamtverkehrsplanung für Saarbrücken, die den Citybereich weitgehend vom Durchgangsverkehr entlaste. Die angedachte Aufteilung und Verlagerung von Verkehrsströmen sei Stückwerk, aber keine Lösung. Das Projekt Stadtmitte am Fluss sei mit diesen Belastungen,
den irrwitzigen Kosten und der siebenjährigen Bauphase inakzeptabel. Bevor das Desaster endgültig seinen Lauf nehme, müsse man die Umsetzung schnellstens stoppen. Stattdessen solle man mit einer phantasievollen, seriösen und in Bezug auf die Kosten vertretbaren
Gesamtverkehrsplanung starten, damit die City weitgehend ohne Durchgangsverkehr wieder ein Ort zum Einkaufen, Arbeiten und Wohnen werden kann. Mit Freie Wähler/Bürgerbündnis ist ohne großräumige Lösung der Saarbrücker Verkehrsprobleme einschließlich der Autobahnen und Sicherstellung einer Finanzierung mit überschaubareren Belastungen für die Stadt das Wahnsinnsprojekt Stadtmitte am Fluss so jedenfalls nicht umzusetzen.