Mit einem alternativen Lösungsvorschlag hätte man Millionen Euro sparen und die Verkehrssteuerung in Saarbrücken deutlich besser planen können, so der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Prof. Dr. Bernd Richter. Statt die Parkhäuser auf über 30 Jahre hinaus an Q-Park zu verpachten und dem Spaßbadbetreiber jährliche Betriebskostenzuschüsse in Millionenhöhe zuzusichern, hätte man einfach Buslinien zu den Spaßbädern nach Tholey und Zweibrücken einrichten sollen. Im Interesse einer besseren Auslastung dieser Bäder hätten die Bürgermeister von Tholey und Saarbrücken sicher gern diese Kosten übernommen. Diese Alternative habe man damals aber noch nicht einmal gerechnet. Jetzt befinde sich die Stadt als Eigentümerin des Spaßbades erwartungsgemäß in der Betriebskostenfalle.
In der damaligen Planungsphase vor über zehn Jahren wurde der Parkhaus-Spaßbad-Deal von SPD und FDP als „hochintelligente Finanzierungsvariante“ gepriesen. Jegliche Kritik wurde als unbegründet zurückgewiesen und eine Befassung mit Alternativvorschlägen fand nicht statt. Das Spaßbad wurde als zwingendes Leuchtturmprojekt für die Landeshauptstadt angesehen.
Abgesehen von der Betriebskostenfalle habe man auch den Zugriff auf die Parkhäuser und damit den ruhenden Verkehr nicht mehr. Hier werde man mit Spitzenpreisen von Q-Park zur Kasse gebeten. Geradezu peinlich sei, wenn die FDP, die damals diesen Deal gemeinsam mit der SPD
vehement verfochten habe, heute mit der Forderung bezahlbarer Parkplätze Wahlkampf betreibe.
Die Steuerung des fließenden und des ruhenden Verkehrs in Saarbrücken in einer integrierten und Ziel führenden Lösung sei auf Grund der unseligen Verträge kaum möglich. Bleibe zu hoffen, dass man dieses Millionengrab „Spaßbad“ zum Anlass nehme, bei künftigen Projekten in der Landeshauptstadt mehr planerischen Sachverstand walten zu lassen. Das Projekt Stadtmitte am Fluss biete hierfür ausreichend Veranlassung, so Richter abschließend.