Fehler müssen korrigiert und nicht betoniert werden, kommentiert der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Prof. Dr. Bernd Richter dass nachhaltige Festhalten der Baudezernentin an dem millionenschweren Tunnelbau für das Projekt Stadtmitte am Fluss. Bereits in der ersten Sitzung des neuen Stadtrates am 07.07.2009 habe man eine Denk- und Planungspause beantragt, um eine Lösung für die Freihaltung der City vom überregionalen Verkehr zu finden. Offensichtlich wolle man den eklatanten Planungsfehler der Stadtautobahn am Saarufer aber nur betonieren und nicht korrigieren. Das eigentliche Verkehrsproblem der A 620 am Saarufer werde weder mit noch ohne Tunnellösung gelöst. Mit der Stadtautobahn zerschneide man das Herz der Stadt und belaste die Innenstadt extrem. Die Freien Wähler wollen deshalb nachdrücklich die Stadtautobahn raus aus der Innenstadt. Dies sei mit folgendem Planungsszenario denkbar:
Von der Goldenen Bremm werde eine Autobahnverbindung bis nach Gersweiler/Klarenthal zur A
620 hergestellt. Damit könne der Verkehr von Neunkirchen/St. Ingbert Richtung Völklingen/Saarlouis und umgekehrt komplett aus der City herausgehalten werden. Eine Verkehrsführung durch das Deutschmühlental sei auf Grund des Deutsch-Französischen Gartens, des Spaßbades und der Problematik der Verkehrsanbindung im Bereich Messe/A 620 sowie der Kurvenproblematik in Höhe Burbach auf der A 620 (Tempo 60) keine Planungsalternative.
Die A 620 könne dann vom Kreisel St. Arnual bis zur Westspange wieder in eine innerstädtische Straße nur mit LKW-Anliegerverkehr umgewidmet werden.
Der katastrophale in die City geleitete Sickerverkehr der drei stumpfen Autobahnenden A 623 Dudweiler Str., A 623 Ludwigskreisel und derzeit noch der A 1 (oberes Malstatt) sei zu lösen. Mit der A 1 Verschwenkung auf die A 623 müsste der Autobahnverkehr sinnvoll auf den Bereich Ludwigskreisel konzentriert und mit einer voraussichtlich zweietägigen Verkehrsführung über die Westspange an die A 620 Richtung Völklingen und die goldene Bremm Richtung Paris und Saarbrücken-Ost/St. Ingbert angebunden werden. Dies könne durch den bereits in den 30-iger Jahren geplanten „Metzer Tunnel“ von der Westspange bis zur Autobahn an der Goldenen Bremm gewährleistet werden. Man brauche die Phantasie für alternative Planungen. Die Stadtautobahnfehlplanung der 60-iger Jahre müsse korrigiert und nicht betoniert werden. Damit würde die City vom überregionalen Verkehr entlastet und für Wohnen, Arbeiten und Einzelhandel in direkter Flussnähe wieder attraktiv wird. Man könne nicht hunderte von Millionen Euro in das Betonprovisorium „Tunnellösung“ gießen, ohne auch nur über andere sinnvoll Perspektiven nachzudenken, so Richter abschließend.